Prinzeninseln

Der Ruf des Muezzin in der letzten Nacht ging völlig an mir vorüber. Ein Grund den heutigen Tag etwas ruhiger anzugehen. Erstmal in Ruhe frühstücken. Die Straßen unseres Viertels erwachen zum Leben und die Ladenbesitzer machen Ihre Schaufenster und Eingänge fit für den Tag. Noch einmal begeben wir uns zum großen Basar und besorgen einige Andenken für die Familie. Ein paar Jugendliche Händler erkennen uns wieder und es folgt eine kurze Diskussion über die Berliner Mundart.Anschließend besorgen wir noch ein wenig Proviant und steigen an der Konstantinsäule in die bereits bekannte Straßenbahn in Richtung Kabataş. An der Endhaltestelle wechseln wir auf ein Fährschiff in Richtung der Prinzeninseln.

Entlang des Goldenen Horns passieren wir nochmals einige der gestrigen Sehenswürdigkeiten, den Leanderturm und zahlreiche Schiffe auf ihrem Weg durch den Bosporus. Die Überfahrt dauert zirka 90 Minuten und verläuft entlang der asiatischen Küste. Erst hier bekommt man einen vielleicht annähernden Eindruck von der Größe Istanbuls. Es wird etwas kühl an Deck und unter Deck gibt es Kaffee, Tee und exklusiv das Schweizer Taschenmesser unter den Spazierstöcken. Ein wenig Kaffeefahrt gehört wohl auch zur türkischen Kultur.

Wir übergehen den Stop in Heybeliada und fahren direkt zur großen Insel. Private Autos und Taxis sind auf Büyükada nicht erlaubt und uns erwartet ein angenehm ruhiger Tag bei sonnigem Wetter. Fast direkt am Hafen befindet sich der Abfahrtspunkt der Pferdekutsche mit der wir die Insel erstmal erkunden. Direkt durch den Ort führt uns die Kutsche auf den İsa Tepesi (Jesus-Hügel) durch einen Pinienwald in dem neben Ziegen auch Pferde grasen.

Wieder im unteren Ort gibt es mal wieder ein verspätetes Mittagessen mit anschließendem Bummel entlang der Küste. Am Ende der Runde betreten wir nach Kaffee und Eis wieder die Fähre zum Festland. Diesmal gibt es genial Zitronenentsafter vom Direktverkäufer. In Kabataş angekommen verpassen wir leider um wenige Minuten die Möglichkeit zur Besichtigung des Dolmabahçe-Palastes. Mit der Füniküler geht es wieder zum Taksim und wir dachten gestern wäre es voll. Die İstiklal ist schwarz vor Menschenmassen, wir wagen uns durch in der Hoffnung irgendwo zu Abend zu essen. Eine der Seitenstrassen bietet einen schönen Sonnenuntergang und nach etwas Shopping begeben wir uns wieder in den Tünel. Ziel, der Fischmarkt.

Am Ufer besteht die Möglichkeit bei angenehmer Atmosphäre und schönem Blick auf die nächtliche Altstadt von Istanbul (und im Hintergrund wieder der Muezzin) den angebotenen Fisch zubereitet zu genießen. Danach gibt es in der Hotelbar noch den obligatorischen Gutenacht-Trunk, heute spielt noch Fenerbahçe gegen Galatasaray. In der Hotelbar selbst läuft jedoch Bayern München gegen Hertha – 6:0

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