Istanbul

Wir landeten bereits am gestrigen Nachmittag in Istanbul und die Stadt begrüßte uns erstmal mit unerwartetem Schneefall. Ein kurzer Bummel vor dem schlafen gehen sorgte erst einmal für Orientierung bevor wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden.

Pünktlich um halb fünf in der Nacht begann der Muezzin zu rufen, Zeit für uns sich nochmal umzudrehen und ein Weilchen zu schlafen. Frühstück pünktlich um Acht, danach machen wir uns auf den Weg. Wir haben uns vorgenommen die Stadt – aufgrund der Zeit den touristischen Teil der Stadt – zu Fuß zu erkunden. Erstes Ziel sollte der große Basar sein.

Beyazıt

Auf dem Weg Richtung Osten passieren wir Istanbuls Universität, das Kalligraphie-Museum und die Beyazıt-Moschee. Leider bleibt wohl keine Zeit hier länger zu verweilen und ein paar Meter weiter befindet sich auch schon der große Basar.

Kapalı Çarşı

Am frühen Vormittag ist der Basar schon recht belebt, aber nicht überfüllt. Man kann in Ruhe schauen ohne sich auf die Füsse zu trampeln. Einige der Händler putzen sich noch schnell die Zähne während bereits der Tee verteilt wird. Beeindruckend sind die Gässchen vom Baustil her und man kann sich gut vorstellen wie es vor wenigen Jahrhunderten hier aussah. An jeder Ecke will gehandelt werden und zwischen Teppichen, Schmuck, Klimbim und Goldbarren beschließen wir später noch mal für die Souvenirs herzukommen. Wir verlassen den Basar am westlichen Ausgang, wenige Meter von der Konstantinsäule (Çemberlitaş) entfernt. Welche bereits seit über 1700 Jahren hier steht. Etwas weiter in Richtung Osten gelangen wir in einen von Palmen bewachsenen und mit Katzen bevölkerten Park, der bei bestem Wetter eine schöne Aussicht auf das Marmara-Meer und unsere nächsten beiden Ziele bietet.

Sultanahmet Camii

Steht man direkt vor der Blauen Moschee kommt ein beeindrucktes Gefühl auf. Eine Weile bummeln wir im Garten und Innenhof der Moschee bevor wir uns zum Eingang begeben. Es ist voll, hauptsächlich Rentnergruppen aus Deutschland. Einige brummeln über die Nicht-TÜV-fähigen, fehlenden Treppengeländer und beschwerlicher Nicht-EU-genormten Treppenstufen. Uih, wir sind jung, Schuhe aus und rein. Vom Teppich bis zur obersten Kuppel ist die Moschee ein wunderschöner Bau und irgendwie fühlt man sich auch willkommener und angenehmer als in manch christlichem Kirchenbauwerk.

Ayasofya

Nach Verlassen der Blauen Moschee ist das nächste Ziel die Hagia Sofia. Glücklicherweise scheinen derzeit alle Touristengruppen noch irgendwo anders festzustecken und wir können das Gelände ohne großes Anstehen betreten. Von aussen gesehen ist die Hagia Sofia nicht weniger beeindruckend als die Blaue Moschee, das Innere jedoch lässt sich kaum beschreiben. Allein der Gedanke an das Alter des Bauwerks und seiner Bedeutung für die Geschichte verschlagen einem die Sprache. Die Mixtur aus christlichen und islamischen Elementen im Inneren des Bauwerks lassen – auch nicht-religiösen Menschen wie uns – erahnen wie ähnlich und zusammenpassend verschiedene Weltanschauungen sein können. Mittlerweile wird es extrem voll und wir verlassen die Hagia Sophia. Das nächste Ziel ist wieder nur ein paar Meter entfernt.

Yerebatan Sarnıcı

Die Cisterna Basilica entstand vor knapp 1500 Jahren noch unter römischer Herrschaft als unterirdischer Wasserspeicher für den großen Palast. Für den heutigen Touristen werden die Säulen mit Licht angestrahlt und schaurig angehauchte Hintergrundmusik passend zur Umgebung eingespielt. Im Wasser tummeln sich noch vereinzelt Fische und im hinteren Teil der Zisterne befinden sich ein Fischbecken und die beiden berühmten Medusenköpfe. Ab zum nächsten Ziel.

Topkapı Sarayı

Von der Zisterne entlang einer kleinen Seitenstraße hinter der Hagia Sophia erreichen wir den ersten Hof des alten Sultanspalastes und ein wenig später stehen wir mitten im Harem. Exklusives Wohnzimmer mit Blick auf den Pool voller Jungfrauen, nicht schlecht Herr Sultan. Grundsätzlich ist der Harem ein einziges Labyrinth voller wundervoll verzierter Räume und man bekommt einen guten Eindruck vom früheren Leben am Hofe des Sultans. Nach Verlassen des Harem besichtigen wir den Rest des Palastes inklusive Gärten und der Schatzkammer. Hier finden sich noch einzigartige Ausstellungsstücke wie Juwelen, riesige Diamanten, den berühmten Topkapı-Dolch und Reliquien wie die Barthaare des Propheten Mohammed.

Sirkeci – Yeni Camii – Mısır Çarşısı

Im Anschluss laufen wir in Richtung Nordwesten durch Sirkeci und machen Halt zur sehr verspäteten Mittagspause in einem der zahlreichen Imbisse. İskender Kebap und Tavuk (Hühnchen) stehen zur  Stärkung auf dem Plan. Auf dem Weg zur Neuen Moschee wie immer etwas Konversation mit den Einheimischen und wiedermal ruft der Muezzin. Die neue Moschee ist ebenfalls ein prächtiges Bauwerk. Aufgrund des Muezzins beschließen wir an der Moschee jedoch nur vorbeziehen und den nebenan liegenden Gewürzbasar aufzusuchen – große Augen für den Hobbykoch inklusive. Die Preise für Safran schwanken teilweise um  70 Prozent und entgegen der Meinung des Reiseführers läßt sich auch bei ausgepreisten Waren handeln.

Eminönü –  Beyoğlu

Wir beschließen über die Galata-Brücke an das andere Ufer und den Stadtteil Beyoğlu zu wechseln. Die Brücke ist eindeutig überbevölkert und hinzu kommen noch zahlreiche Angler und deren Fischeimer. Beliebte Köder sind anscheinend Garnelen und neben Sardinen werden noch zahlreichen andere Sorten gefangen. Am Ende der Brücke erwartet uns ein Fischmarkt und uns läuft das Wasser im Mund. Gegessen wird jedoch später. Mit dem Tünel, der ältesten Standseilbahn Europas, begeben wir uns ins höher gelegene alte Pera. Die Bahn selbst ist jedoch moderner als erhofft, aber dennoch einen Besuch wert.

İstiklâl Caddesi

Es ist Nachmittag und unser Weg führt uns entlang der gut besuchten Unabhängigkeitsstraße in Richtung Taksim. Zahlreiche Läden, Kneipen, Clubs, Straßenmusiker, alte Gebäude und die, man kann sagen „antike“, Straßenbahn bezaubern hier. Einige der Seitenstraßen werden ebenfalls erkundet bevor wir uns vom Taksim mit Hilfe der Füniküler nach Kabataş begeben.

Für heute sind wir fast genug gelaufen, in Kabataş setzen wir uns noch eine Weile ans Bosporus-Ufer und beobachten die Schiffe, mit fernem Blick zur asiatischen Seite, bevor wir in die Straßenbahn steigen und uns auf den Heimweg machen. Die Füße tragen nicht mehr so richtig und wir beschließen unser Abendessen im Hotel zu genießen.

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